Mehr Anrufe bei „Nummer gegen Kummer“. Weltweit machen Kinder- und Jugendtelefone am 17. Mai auf ihre Arbeit aufmerksam.
In über 100 Ländern wird der so genannte „International Child Helpline Day“ (CHD) veranstaltet. Auch hierzulande suchen immer mehr Heranwachsende Hilfe bei „Nummer gegen Kummer“. Allein 2009 wurden dort über 800.000 Anrufe registriert und über 200.000 Beratungsgespräche geführt. Angesichts der stark gestiegenen Nachfrage zu Online-Problemen hat das „Nummer gegen Kummer“-Netzwerk sein Beratungsangebot erweitert: Auch Opfer von Cybermobbing, Datenklau im Internet oder anderen Web-Sorgen finden jetzt unter den kostenfreien Telefonnummern 0800 – 111 0 333 und 116 111 fachkundige Hilfe.
Weltweit setzen sich die so genannten „Helplines“ (Sorgentelefone) dafür ein, dass kein Kind mit seinen Sorgen allein gelassen wird. Jeder soll im Notfall eine Nummer anrufen können, wo ihm zugehört und geholfen wird. So lautet die Forderung zum „Internationalen Tag der Kinder- und Jugendtelefone“, der jedes Jahr am 17. Mai stattfindet. Initiiert wurde der Aktionstag 2007 von einer Sonderorganisation der Vereinten Nationen, dem internationalen Dachverband der Kinder- und Jugendtelefone (Child Helpline International/CHI) sowie der Internationalen Telecommunication Union (ITU). Die „Helplines“ sind in allen Ländern ein wichtiges Angebot, um mit Rat suchenden Kindern in Kontakt zu kommen.
Hierzulande machen Leistungsdruck und Zukunftsangst Kindern und Jugendlichen zu schaffen. Ärzte und Psychologen schlagen Alarm, denn sie beobachten unter Heranwachsenden einen Zuwachs an depressiven Erkrankungen. Erste Hilfe für Verzweifelte gibt es bei „Nummer gegen Kummer“. Mit Alltagssorgen und in Krisensituationen finden sie dort immer ein offenes Ohr. Auch die wachsende Bedeutung von Onlinenetzwerken für Kinder und Jugendliche greifen die Beraterinnen und Berater am Telefon und per Internet auf. Wer im Netz mit sexueller Belästigung konfrontiert ist oder sich hingezogen fühlt zu Communities in denen selbst gefährdendes Verhalten – etwa Magersucht oder „Ritzen“ – propagiert wird, findet dort ebenfalls Hilfe. Neben Erwachsenen sind unter den speziell geschulten Fachleuten an jedem Wochenende Jugendliche zu erreichen. Samstags heißt es an der „Nummer gegen Kummer“ von 14.00 bis 20.00 Uhr „Jugendliche beraten Jugendliche“.
Seit genau 30 Jahren gibt es Nummer gegen Kummer e.V., den Dachverband für die derzeit 94 lokalen Träger, die Beratung am Kinder- und Jugendtelefon anbieten. Es handelt sich dabei um örtliche Verbände des Deutschen Kinderschutzbundes e.V. sowie anderer Wohlfahrtsverbände. Das Netzwerk stellt das deutschlandweit größte kostenfreie, telefonische und anonyme Beratungsangebot für Kinder, Jugendliche und Eltern und andere Erziehungsverantwortliche am Elterntelefon 47 Standorte. Die ehrenamtlich engagierten Beraterinnen und Berater unterstützen die Anrufenden durch Hilfe zur Selbsthilfe. Zur Finanzierung bemühen sich der Nummer gegen Kummer e.V. und die lokalen Vereine um Spenden von Unternehmen, Organisationen und Privatpersonen. „Nummer gegen Kummer“ wird gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und unterstützt durch die Deutsche Telekom. Sie ermöglicht unter anderem, dass für Hilfesuchende die Anrufe aus allen Netzen kostenfrei sind.
Weitere Informationen unter: www.nummergegenkummer.de
Quelle:http://www.nummergegenkummer.de/de/Nummer-gegen-Kummer/Presse/Pressemitteilungen__371/ContentDetail__798/