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Seelsorge ist ihm wichtig

Sonntag, 19. Dezember 2010

Mit Ralph Hermann tritt am Sonntag der neue Hülbener Pfarrer sein Amt an. Künftig ist er für 2200 evangelische Christen im Ort verantwortlich. Zusammen mit ihnen will er die Gemeinde weiterentwickeln.

Die Alb hat sich in den vergangenen Tagen von ihrer schönen Seite präsentiert und entbot der neuen Hülbener Pfarrfamilie damit einen besonderen Willkommensgruß. Vergangene Woche sind Sabine und Ralph Hermann mit ihrem dreijährigen Sohn David ins renovierte Pfarrhaus eingezogen. Die beiden Töchter der Familie sind nicht mit auf die Alb gekommen. Sarah (20) steht beruflich auf eigenen Beinen, die 18-jährige Kathrin schreibt demnächst ihr Abitur, weshalb ein Schulwechsel ausgeschlossen war.

Mit der Amtseinsetzung von Ralph Hermann am Sonntag endet für die evangelische Kirchengemeinde eine recht kurze Vakatur. Dass sich der 46-jährige Hermann für die Gemeinde auf der Alb entschieden hat, ist nicht zuletzt dem Engagement der Hülbener zu verdanken. Noch bevor die Pfarrstelle ausgeschrieben worden ist, hat Ralph Hermann einen Anruf aus dem Ort erhalten. Ob er sich vorstellen könne, Seelsorger auf der Alb zu werden? Im Laufe des Gesprächs fiel auch der Satz, die Gemeinde strebe eine Erneuerung an. "Diese Aussage", erinnert sich Hermann, "hat mich elektrisiert." Schließlich gehört er dem Arbeitskreis für geistliche Gemeindeerneuerung an, deren Mitglieder sich der charismatischen Bewegung zurechnen.

Neun Jahre lang war er Vorsitzender des Arbeitskreises. Ein Amt, das er gerne weiter ausgeübt hätte, wie er sagt. Allerdings wollte er der Familie Priorität einräumen, schließlich sei sein Sohn noch klein. Zum anderen habe der Vorsitzende viele organisatorische Fragen zu regeln, er hingegen wolle sich lieber der praktischen Seelsorge widmen. Denn dieser Aspekt seiner Arbeit ist ihm seit dem Studium der liebste, wie er erzählt. Seine theologische Ausbildung hat er unter anderem an den Universitäten Heidelberg, Tübingen und Wien erhalten. In der österreichischen Hauptstadt verbrachte er ein Semester. Das dortige evangelische Seminar legte dabei unter anderem einen Schwerpunkt auf die Psychologie, kein Wunder in der Stadt Sigmund Freuds, wie Ralph Hermann sagt.

Die Vikarszeit verbrachte er in Staig bei Ulm, später war er in einer Schwarzwaldgemeinde tätig. Die vergangenen zehn Jahre stand er als Pfarrer den 1750 evangelischen Christen in Abstatt vor, einer Gemeinde im Landkreis Heilbronn. Außerdem war Hermann Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Abstatt. Sein Dienst beschränkte sich allerdings nicht nur auf die Brandbekämpfung oder auf die Hilfeleistung bei Unfällen. Zusätzlich war Hermann als Notfallseelsorger tätig. In dieser Eigenschaft wurde er von seinen Kameraden zu Hilfe gerufen, wenn es galt, Unfall- oder Brandopfern sowie deren Angehörigen beizustehen.

Seinen Feuerwehrhelm hat Ralph Hermann mit nach Hülben gebracht, auch auf der Alb würde er gerne weiter mit den Brandbekämpfern ausrücken, wie er Kommandant Gabriel Greiner bereits mitgeteilt hat. In seiner neuen Gemeinde ist ihm zuerst "die schöne, helle, warme Kirche" aufgefallen, die Platz für viele Gläubige bietet. Nun möchte er gemeinsam mit dem Kirchengemeinderat und den Gemeindegliedern Bewährtes gestalten und Neues anpacken. "Vieles ist schon angedacht", sagt Hermann, "aber noch nicht richtig angelaufen." Ein besonderes Augenmerk will er zudem auf den Konfirmandenunterricht legen. Als Religionslehrer wird er zunächst wohl an der Grundschule in Wittlingen tätig sein, da nach dem Weggang von Siegbert Ammann diese Stelle unbesetzt ist.

Seinen ersten Gottesdienst in Hülben wird Ralph Hermann am Sonntag ab 10 Uhr in der Hülbener Christuskirche halten. Im Anschluss gibt es einen Empfang im Gemeindehaus, bei dem auch Grußworte gesprochen werden.

quelle: http://www.swp.de/metzingen/lokales/alb-neckar/art5684,702345

Umstrittener Pfarrer darf wieder in die Seelsorge

Freitag, 12. November 2010

In den 1970er Jahren hatte ein Pfarrer sexuellen Kontakt zu einer Ministrantin – und wurde in den Ruhestand versetzt. Jetzt darf er wieder arbeiten.

Ein Pfarrer, der wegen eines sexuellen Kontaktes zu einer Ministrantin im April in den Ruhestand versetzt worden war, wird wieder in die Seelsorge einbezogen. Wie die Diözese Würzburg mitteilte, wird die als Strafe gedachte Ruhestandsversetzung des 64-Jährigen aufgehoben. Er erhält die seelsorgerische Leitung des Emmaushofes in Gauaschach (Landkreis Bad Kissingen), einer Wohn- und Lebensgemeinschaft für Menschen aus Randgruppen der Gesellschaft. Ziel der Wohngemeinschaft sei ein straf- und drogenfreies Leben.

Die neue Aufgabe sei dem Geistlichen "nach sorgfältiger und umfassender Prüfung" übertragen worden. "Im konkreten Fall kann ein Priester wieder in begrenztem Umfang in der Seelsorge eingesetzt werden", sagte Bistumssprecher Bernhard Schweßinger. Der Priester habe Einsicht und Reue gezeigt, er haben sich zudem nach seiner Versetzung in den Ruhestand einer intensiven "psychologischen sowie spirituellen Begleitung" unterzogen.

Der Mann hatte nach Angaben des Sprechers auf entsprechende Vorwürfe gestanden, 1978 sexuelle Kontakte zu einer Ministrantin gehabt zu haben und sich daraufhin selbst angezeigt. Er habe sich im Rahmen der Aufarbeitung auch mit dem Opfer und einem Psychologen getroffen.

quelle:http://www.sueddeutsche.de/bayern/wuerzburg-umstrittener-pfarrer-darf-wieder-in-die-seelsorge-1.1022733