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Seelsorger sind in grosser Sorge

Freitag, 26. November 2010

Die Versammlung der Seelsorgerinnen und Seelsorger Nidwaldens hatte Grund zur Freude: Alle zur Wahl Vorgeschlagenen wurden ohne Gegenstimmen gewählt und alle Ämter und Posten sind gut besetzt. Grosse Sorge bereitet dem Dekanat aber weiterhin die Diskussion um Martin Grichting als möglichen Weihbischof im Bistum Chur.

Alle vier Jahre ist das Karlskapitel des Dekanats Nidwalden Wahlkapitel. Glücklicherweise stellte sich der gesamte Vorstand für eine Wiederwahl zur Verfügung. Generalvikar Martin Kopp leitete die Dekanenwahl, die jeweils schriftlich erfolgt. Pfarrer David Blunschi, Stans, wurde ohne Gegenstimme wiedergewählt, und der grosse Applaus war Zeichen der Dankbarkeit für seine grosse und nicht immer einfache Arbeit. Dekan Blunschi dankte der Versammlung für das Vertrauen und die Unterstützung seiner Arbeit, besonders jener seiner Kolleginnen und Kollegen im Vorstand. Auch sie wurden alle mit Applaus für weitere vier Jahre gewählt: Idamia Herger (Beckenried), Markus Elsener (Stans), Erich Lehmann (Wolfenschiessen) und Robi Weber (Hergiswil). Die beiden Rechnungsrevisoren, Franz Bircher (Obbürgen) und Arthur Salcher (Stansstad), wurden in ihrem Amt bestätigt. Christina Bosoppi-Langenauer (Büren, bisher), Silvia Brändle (KAN, bisher) und Josef Zwyssig (Buochs, neu) bilden die Pastoralplanungskommission. Die Versammlung nahm die Wahl von Markus Blöse (Ennetmoos) in den diözesanen Rat der Laientheologinnen, Laientheologen und Diakone zur Kenntnis.

So erfreulich das Traktandum Wahlen war, so bedrückt war die Stimmung als in der Versammlung die befürchtete Ernennung von Martin Grichting zum Weihbischof thematisiert wurde. Bereits im Sommer haben die Dekanate Nidwalden und Obwalden in einem gemeinsamen Brief an Bischof Vitus Huonder ihrer grossen Sorge Ausdruck gegeben, dass eine solche Ernennung das Bistum weiter spalten und zu Streit und Unfrieden führen würde. Darunter würde auch die Seelsorge in den Pfarreien leiden. Diese Sorge ist in der Zwischenzeit noch gewachsen: Unangenehm ist, dass niemand richtig informiert ist über den Stand der Dinge, und äusserst beängstigend ist, dass die Ernennung von Martin Grichting als zweiten Weihbischof wirklich befürchtet werden muss. Die Dekanatsversammlung beschloss ohne Gegenstimme die Aussagen des Briefes vom Sommer nochmals zu unterstreichen: Sie bittet Bischof Vitus Huonder mit Nachdruck, auf die Ernennung eines zweiten Weihbischofs zu verzichten, und betont, dass Martin Grichting für sie als Weihbischof nicht in Frage kommt, da seine Ernennung nur Streit und eine Verhärtung zwischen Bistumsleitung und Landeskirchen bringen würde. Falls diese Situation weiter eskaliert, wäre sogar der Religionsfriede in den Kantonen des Bistums Chur ernsthaft gefährdet.

quelle: http://www.onz.ch/artikel/103923/